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    TestTitel
    (Universität Vechta, 2024-04-16) TestN, TestV; Fuchs, Hans Prof. Dr.; Luchs, Helene Prof.in Dr.in; Trux, Theodor Dr.
    Dies ist ein Test
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    What drives the Ship 2
    (Universität Vechta) Woltron2, Barbara2; Woltron2, Barbara2
    arers are considered to be essential “key workers” (International Maritime Organization, 2020b) in the maritime transport and global trade network, facilitating the prosperity of society (International Maritime Organization, 2022). The ability of the human element to develop and apply the necessary "skills, education and training", is understood as the crucial element in the safe operation of ships and the protection of the marine environment (International Maritime Organization, 2022). This study focuses on the human element within academic nautical education, aiming at a systematic approach to contextualise education and the application and transfer of kn
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    Skalenprobleme. Eine Untersuchung von Praktiken der Vermittlung zwischen individueller und kollektiver Wirkebene im Kontext des Anthropozän-Konzepts
    (Universität Vechta, 2024-02-02) Hüpkes, Philip; Dürbeck, Gabriele Prof. Dr.; Doll, Martin Prof. Dr. ; Rieckmann, Marco Prof. Dr.
    Das Anthropozän-Konzept setzt die menschliche Spezies als Kollektivsubjekt und Protagonistin in das semantische Zentrum einer ganzen geologischen Epoche. Es postuliert einen ‚menschlichen‘ – d.h. auf die menschliche ‚Spezies‘ bezogenen – Maßstab als Ausgangspunkt wissenschaftlicher Erklärungsansätze für geologische, biochemische und klimatische Veränderungsprozesse. Damit eröffnet das Anthropozän-Konzept eine systematische geo- und erdsystemwissenschaftliche Analyse der menschlichen Einwirkung auf unterschiedliche, miteinander zusammenhängende Teilsysteme und Phänomene des Erdsystems. Es wirft aber auch die Frage auf, in welcher Weise sich die abstrakte, nur vermittels epistemisch-technischer Verfahren zugängliche Wirkebene eines kollektiven Speziessubjekts zu der Wirk- und Erfahrungsebene von menschlichen Individuen verhält. Denn mit der Priorisierung auf die kumulierten Effekte menschlicher Handlungen richtet das Anthropozän-Konzept zugleich ein implizites Appell an jede und jeden Einzelnen, sich der eigenen Verantwortung vor der Folie immenser Größenordnungen bewusst zu werden. Damit rücken Fragen der Vorstellbarkeit, Intelligibilität und sinnlichen Erfahrbarkeit der kumulativen Wirkebene in den Vordergrund, und somit der Aspekt ihrer Vermittlung. Die Ausgangshypothese dieser Dissertationsschrift besagt, dass sich jeder Versuch der Vermittlung einem Problem stellen muss, dass sich als ‚Skalenproblem‘ fassen lässt. Die Involvierung der menschlichen Spezies in ‚anthropozäne‘ Phänomene lässt fundamental unterschiedliche Maßstäbe ineinander kollabieren: planetare Veränderungen, deren Beobachtung in den Kompetenzbereich erd- und geowissenschaftlicher Forschung fallen und die demnach erst vermittels technischer, medialer und epistemischer Verfahren erschließbar werden, halten Einzug in die Lebensrealität von Individuen, ebenso wie umgekehrt die Handlungen von Menschen Einfluss auf die Beschaffenheit und Funktionalität planetarer Prozesse nehmen. Der Begriff des Skalenproblems zielt darauf ab, die Ausprägungen und Effekte, die sich aus dem Aufeinanderprallen und Konvergieren scheinbar inkommensurabler Maßstäbe ergeben, als eine Herausforderung für die menschlichen Sinne und die Vorstellungskraft zu fassen. Das Ziel der Dissertationsschrift besteht darin, in der Untersuchung exemplarischer literarischer, ästhetisch-künstlerischer, epistemisch-wissenschaftlicher und technologischer Praktiken Skalenprobleme freizulegen und darin affirmativ gewendete Artikulationen der Rückkopplung großskaliger ‚anthropozäner‘ Phänomene an einen menschlichen Individualmaßstab zu identifizieren. Dabei wird darauf abgestellt, das Anthropozän affirmativ als ein an die sinnliche Wahrnehmung und Vorstellungskraft anschlussfähiges Konzept zu fassen – und folglich als eine Möglichkeit, das komplexe geo- und erdsystemwissenschaftliche Fundament der fachlichen Debatten über anthropogene Einflussfaktoren in einen Dialog mit kulturellen, politischen und öffentlichen Diskursen über Individualverantwortung in Anbetracht einer sich verändernden Welt zu bringen.
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    Schiffssicherheit und die Einflussfaktoren durch den Human Factor unter Pandemie-Bedingungen
    (Universität Vechta, 2024-03-14) Schimmelpfennig, Lukas Axel; Onnen, Corinna, Prof.in Dr.in; Hesselle, Vera de, Prof.in Dr.in
    Die Corona Pandemie ist allgemeinhin mit einschneidenden Erlebnissen verbunden gewesen. Die vorliegende Arbeit beforscht diese Einwirkungen im Kontext der internationalen Schifffahrt, welche als Hochrisikoindustrie hinsichtlich der Lebens- und Arbeitsbedingungen per se vulnerabel ist. Hinzu kommen die besonderen Herausforderungen wie der Distanz zur Zivilisation und die langen Intervalle der Besatzungsmitglieder an Bord, welche die Seefahrt kennzeichnen. Daher ist die Evaluation der menschlichen Leistungsfähigkeit im soziotechnischen System des Schiffsbetriebes von großer Bedeutung. Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, den Einfluss der Pandemie auf den menschlichen Faktor und damit einhergehend auf die Sicherheit auf den Schiffen herauszuarbeiten. Hierfür wurden im Rahmen einer Sekundäranalyse die durch die Hafenstaatskontrolle erfassten Mängel in sicherheitsrelevant und den menschlichen Faktor betreffend kategorisiert und Quoten dieser gebildet, um den durch die Kontakteinschränkungen reduzierten Kontrollen gerecht zu werden. Um Messungenauigkeiten zu bestimmen und zu eliminieren, wurde zudem das Instrument der Hafenstaatskontrolle vor der Pandemie genau betrachtet. Es zeigte sich, dass es zwar keine Zunahme an Seeunfällen während der Pandemie in Deutschland gegeben hat, die Zusammensetzung der erfassten Mängel sich jedoch signifikant verändert hat. Ferner zeigte sich, dass das Organ der Hafenstaatskontrolle nicht konsistent in ihrer Qualität ist und dass bei einem verringerten Besichtigungsaufkommen eine veränderte Bewertung der Schiffe stattfindet.
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    Zivilgesellschaftliches Engagement im Bereich Flucht und Asyl
    (Universität Vechta, 2023) Bächer, Pascal; Oelkers, Nina, Prof.in Dr.in; Richter, Martina, Prof.in Dr.in
    Diese Dissertation beschäftigt sich mit dem freiwilligen Engagement im Bereich Flucht und Asyl und fokussiert dessen Zusammensetzung, Herausforderungen und Merkmale, die Motive der Freiwilligen, und die Netzwerke, in denen sie sich bewegen. Darüber hinaus beschäftigt sich die Arbeit mit den Erwartungen der Freiwilligen an ihre Adressat*innen, die Dynamiken in den Beziehungen zu diesen und dabei relevant gemachte Deutungs- und Handlungsstrukturen. Als theoretischer Rahmen werden hierzu Konzepte der Reziprozität und Solidarität sowie des Paternalismus vorgestellt und das Engagement gabentheoretisch verortet. Auf Basis dieses Zugangs wird die Kategorie des ‚perfekten Flüchtlings‘ und diverse Merkmale dieses Dispositivs im Sinne Foucaults als Schlüsselthema der ethnografischen Arbeit vorgestellt. Darüber hinaus wird die Kategorie der ‚richtigen Hilfe‘ skizziert. Eingebettet werden diese Ausführungen in einige Einblicke in das gesellschaftliche Stimmungsbild, medialen Debatten und den Diskurs um Geflüchtete und ihre Unterstützer*innen vor dem Hintergrund der Migrationsbewegungen der letzten Jahre. Zudem wird die Lebenssituation geflüchteter Menschen (im ländlichen Raum) beleuchtet, nachdem diese die alltägliche Praxis des Engagements maßgeblich determiniert. Dabei trägt die Arbeit gerade durch die provokante Kategorie des ‚perfekten Flüchtlings‘ und der Skizze der ‚richtigen Hilfe‘ als Reflexionsfolie zum weiteren Diskurs um die Wahrnehmung geflüchteter Menschen und die Rolle freiwillig Tätiger bei der (Re-)Produktion von Hierarchisierungs- und Ungleichheitsprozessen bei. Auf dieser Basis verfolgt sie außerdem das Ziel, die Praxis der (gemeinwesenorientierten) Sozialen Arbeit zu bereichern und strukturelle Voraussetzungen für ihr Gelingen zu beschreiben. Die Erkenntnisse beruhen auf einem ethnografischen Zugang, der sich durch seine Breite unter Berücksichtigung diverser Perspektiven auszeichnet. Neben Feldaufenthalten in Gemeinschaftsunterkünften für geflüchtete Menschen und Interviews mit Geflüchteten, Freiwilligen und Professionellen (Sozialer Arbeit) spielt dabei auch die Reflexion eigener Engagementerfahrungen des Autors in diesem Feld eine wichtige Rolle.
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    Toward Sustainable Development: Micro-Level Explorations in Management Research
    (Universität Vechta, 2023) Hollands, Lisa; Lin-Hi, Prof. Dr. Nick; Mertins, Prof. Dr. Vanessa
    The pursuit of sustainable development is a pressing challenge for today’s global society. Despite broad academic consensus on the need to transition towards more sustainable and resilient pathways, in practice shortcomings in the implementation and management of sustainability remain. The scientific discourse on sustainability management extends over various domains and perspectives, with a predominant focus on the macro- and meso-level of analysis. In contrast the micro-level literature on sustainability management is comparatively limited but growing, with the potential to deepen and broaden the understanding of sustainability. Within the micro-level research stream, scholars have pointed to promising avenues such as emphasizing more social elements and well-being, taking a glance across borders, exploiting the methodological toolbox and leveling up while investigating the micro-level. Collectively, the four articles advance on these avenues and address a wide range of sustainability management questions, contexts and stakeholders. In doing so, the present dissertation aims to contribute to a more comprehensive understanding of the complexities of sustainability phenomena through a socio-psychological lens and a focus on the individual.
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    Chancen und Herausforderungen von (Berufs-)Schüler*innen mit Flucht- und Migrationserfahrung in der Berufsorientierung und dualen Berufsausbildung – Implikationen für die (Sozial-)Pädagogik im Kontext aktueller Transformationskontexte
    (Universität Vechta, 2023-07-14) Rusert, Kirsten; Stein, Margit; Wernke, Stephan
    Der Weg in die Ausbildung für junge Menschen mit Flucht- und Migrationserfahrung weist besondere Barrieren und Hürden auf (vgl. BIBB 2022). Perspektiven der Betroffenen insbesondere im ländlichen Raum wurden jedoch bisher kaum in den Blick genommen (Stein/Scherak/Lindau-Bank 2018; Söhn/Marquardsen 2017: 35). Mit dieser Arbeit wird dieses Desiderat aufgegriffen, indem junge Menschen mit Flucht- und Migrationserfahrung im ländlichen Raum nach ihren Erfahrungen, Wünschen und Erwartungen in ihren Übergängen von der Schule in den Beruf befragt wurden. Mit dem Fokus auf die Bildungs(un)gerechtigkeit wurde somit ihre subjektive Sicht auf Berufswahl und Ausbildung sowie deren lebensweltliche Einbettung analysiert. Zudem wurden Barrieren für Bildung und Inklusion identifiziert und der Umgang der befragten Auszubildenden mit ihnen untersucht. Insofern wurden auch persönliche und institutionelle Ressourcen betrachtet. Dabei wurde ein innovatives Forschungsdesign gewählt, bei dem die Betroffenen nicht nur Daten für die Forschung bereitstellen, sondern ihrerseits durch ein Mentoring von Studierenden in ihrer Alltagsbewältigung unterstützt wurden. Die isolierte Betrachtung der Betroffenenperspektiven könnte ein verengtes Containerdenken erzeugen (vgl. Treibel 2009: 138), sodass zusätzlich Sichtweisen der weiteren Akteur*innen an und in der Ausbildung und Berufsorientierung, wie Ausbildungsbetrieben, Lehrkräften und Sozialpädagog*innen, einfließen. Beitrag 1 beruht auf einer Studie, bei der Eltern mit syrischem Fluchthintergrund nach ihren Erwartungen an das deutsche Schulsystem befragt wurden. Der Beitrag gibt erste Hinweise auf die Diskrepanz der Bildungsaspiration zur strukturellen Benachteiligung zugewanderter Kinder im Bildungssystem, die im Projekt weiter untersucht wurden. In Beitrag 2 wird das Forschungsdesign vorgestellt. Dabei werden Voraussetzungen für die gelungene Einbindung von Studierenden in das Dissertationsprojekt hochschuldidaktisch betrachtet. Studierende konnten ihre Einstellungen hinsichtlich eigener Vorannahmen und Vorurteile zum Abschluss des Moduls kritischer und reflektierter hinterfragen. Neben ersten Projektergebnissen aus den Interviews mit Auszubildenden mit Flucht- und Migrationserfahrung werden in den Beiträgen 3 und 4 die Vernetzung in der Region und der wechselseitige Transfer zwischen Wissenschaft und Praxis dargestellt, sodass Forschung, Lehre und Third Mission gemeinsam als One Mission stattfanden. In den Beiträgen 5, 6 und 7 werden die Ergebnisse der Interviews mit Auszubildenden mit Flucht- und Migrationserfahrung hinsichtlich des Gerechtigkeitsdiskurses von Inklusion und Nachhaltigkeit sowie demokratischer Grundprinzipien bezogen auf die Berufswahl analysiert. Dazu wird das Capability-Set sowie ein Modell, das die Berufswahlprozesse mit den Zukunftswünschen der befragten Auszubildenden verbindet, entwickelt. In Beitrag 8 und 9 stehen die berufsbildenden Schulen im Fokus. Beitrag 8 fokussiert auf die sozialen Beziehungen der befragten Auszubildenden zu ihren autochthonen Mitschüler*innen, die sich eher als Hilfebeziehungen und lose Kontakte gestalten; intensivere Freundschaften entstehen eher zu anderen Zugewanderten. Ein Zusammengehörigkeitsgefühl entwickelte sich nur dann, wenn Unterstützung und Hilfe auf Gegenseitigkeit beruhte. Beitrag 9 zeigt die Barrieren der Auszubildenden in der Berufsschule auf. Unterstützungsmaßnahmen seitens der Agentur für Arbeit sind integrativ gestaltet, fehlende Nachteilsausgleiche in den Prüfungsordnungen wirken exkludierend und sind damit Ausdruck eines institutionellen Rassismus in der dualen Berufs(schul)ausbildung. Beitrag 10 gibt einen Überblick zu quantitativen Studien und – daraus resultierend – zu dem Zusammenwirken von Dynamiken der Pandemie und Digitalität in der Berufsorientierung und Berufsausbildung von Jugendlichen mit Flucht- und Migrationserfahrung. An diese Befunde schließen Beitrag 11, 12 und 13 an und befassen sich mit Inklusion und Exklusion hinsichtlich digitaler Medien. Beitrag 11 zeigt auf, wie unterschiedlich virtuelle Angebote aus den Perspektiven von Sozialpädagog*innen und Klient*innen der Sozialen Arbeit bewertet werden. Beitrag 12 fokussiert auf den Prozess der Berufsorientierung. Im Beitrag wird die Brückenfunktion von (Sozial-)Pädagog*innen zur digitalen Lebens- und Medienwelt deutlich und potenzielle Fehlerquellen mit Bezug zu den Projektergebnissen dargestellt, die in Beitrag 13 mit Bezug auf die Linien der digitalen Kluft vertieft betrachtet wird. Durch die differenzierte Auswertung des komplexen empirischen Materials werden die Hintergründe zu den Benachteiligungsszenarien transparent(er). Gemeinsam mit der Diskussion der unterschiedlichen Perspektiven aus der Makroperspektive interdependenter, sich gegenseitig verstärkender sozialer Transformationsprozesse in diesem Rahmenpapier bereichert das Dissertationsprojekt den Diskurs um die Bildungs(un)gerechtigkeit in der Berufsorientierung und beruflichen Bildung junger Menschen mit Flucht- und Migrationserfahrung. Insbesondere werden einer einseitigen Perspektive von Arbeitsmarktintegration empirisch fundierte Erkenntnisse entgegengesetzt, die die Notwendigkeit einer Weiterentwicklung zu inklusiver Berufsorientierung und Berufsbildung aufzeigen.
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    (Lehrkraft-)Feedback im Klassenraum – Eine qualitative Videostudie zu Interaktionen von Lehrkräften und Schüler*innen im Mathematikunterricht vierter Grundschulklassen in Niedersachsen
    (Universität Vechta, 2023) Pieper, Vanessa; Bartels, Frederike, Prof. Dr.; Wendt, Heike, Prof. Dr.
    Die Bedeutsamkeit der Lehrperson und deren Feedback für das Lernen von Schüler*innen ist eines der zentralen Ergebnisse der Hattie-Studie (Hattie, 2014). Im Rahmen der vorliegenden kumulativen Dissertation wird mithilfe einer qualitativen Videostudie auf der Mikroebene des Unterrichts der Frage nachgegangen, wie Feedback differenziert erfasst werden kann und wie Feedbacksituationen gestaltet werden. Spezifisch interessiert, welche Formen von Rückmeldungen in der Interaktion zwischen Lehrkraft und Schüler*innen im Mathematikunterricht vierter Grundschulklassen gegeben werden. Die Wirksamkeit verschiedener Feedbackarten ist bereits weitreichend erforscht (beispielsweise Hattie & Timperley, 2007), dies wird jedoch überwiegend mit quantitativen Studien untersucht. Die tatsächliche Feedbackinteraktion ist aber von besonderer Bedeutung, da sie Aufschlüsse darüber gibt, welche Prozesse stattfinden und wie diese Interaktionssequenzen aufgebaut sind. Daher eignet sich ein qualitativer Forschungsansatz besonders, um Prozesse und Interaktionen in Feedbacksituationen zu untersuchen. Innerhalb der Arbeit liegt der Fokus auf nicht-schriftlichen Rückmeldungen zu akademischem Verhalten. Das Sozialverhalten der Schüler*innen wird indessen nicht näher betrachtet. Mithilfe von Unterrichtsvideografien werden Interaktionsprozesse und akademisches Feedback erfasst und anschließend videointeraktionsanalytisch nach Dinkelaker und Herrle (2009) segmentierungs- und sequenzanalytisch ausgewertet. Die sich hieraus ergebenden Erkenntnisse geben Aufschluss über die Zusammensetzung von tatsächlich gegebenem Lehrkraftfeedback in dyadischen und polyadischen Unterrichtssituationen. Untersucht wird, ob Feedbackmuster vorliegen und inwiefern sich bei den videografierten Lehrkräften intrapersonale Regelmäßigkeiten sowie interpersonale Gemeinsamkeiten und Unterschiede zeigen. Es wird angenommen, dass die Basisdimensionen von Unterrichtsqualität (effektive Klassenführung, kognitive Aktivierung, konstruktive Unterstützung; vgl. Klieme et al., 2001) im Lehrkraftfeedback erkennbar sind. Den Kern der Arbeit bilden drei Beiträge, die alle ein Peer-Review durchlaufen haben. Im vorliegenden Rahmenpapier werden die Ergebnisse dieser zusammenfassend präsentiert und diskutiert und weitere Ergebnisse einbezogen. Im Zuge dessen wird auch ein quantitatives Beobachtungsinstrument, das Kategoriensystem SOFI (Structured Observational Feedback Instrument) vorgestellt. Ein zentrales Ergebnis der vorliegenden Arbeit ist die per qualitativer Videointeraktionsanalyse erhaltene Identifikation des neuen I-A-A-Strukturmusters (Initiierung, Auseinandersetzung mit dem Lerngegenstand, Abschluss) zum Ablauf von Feedbacksituationen. Es zeigt sich in diesem Strukturmuster, dass die Feedbackinteraktion in dyadischen Situationen sowohl von der Lehrkraft als auch von den Schüler*innen initiiert werden kann. In der zweiten Phase, der Auseinandersetzung mit dem Lerngegenstand, werden verschiedenen Feedbackarten miteinander kombiniert. Der Abschluss der Situation unterscheidet sich bei dyadischen und polyadischen Situationen. Weiterhin ist festzuhalten, dass sich in allen analysierten Sequenzen Kombinationen von non-, para- und verbalen Elementen zeigen. Die im Rahmen der vorliegenden Arbeit gewonnenen und diskutierten Erkenntnisse der explorative Untersuchung bereichern die grundschulpädagogische Unterrichtsforschung zum Thema Feedback und geben einen Anlass für weitere Forschungsarbeiten. Limitationen und Forschungsdesiderata werden angeführt.
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    International comparison of long-term intergenerational informal caregiving in ordinary and COVID-19 pandemic-stress time
    (Universität Vechta, 2023) Santini, Sara; Teti, Andrea, Prof. Dr.; Cavrini, Giulia, Prof. Dr.
    Background: Population ageing and the consequent growing up of multiple chronic diseases are increasing long-term care (LTC) demand worldwide. In Europe and beyond, regardless of the welfare regime, the bulk of care for older people is carried out by informal caregivers (ICGs), often adults and older adults. Nevertheless, recently, many studies shed light on young people playing the role of caregivers (named Adolescent Young Carers-AYCs) of frail older family members, often grandparents (GrPs). Intergenerational caregiving negative outcomes (e.g. high level of stress and poor physical health and mental well-being) can occur, especially in countries with under developed LTC systems. The COVID-19 outbreak represented a real “stress-test” for the European LTC systems, bringing to light their limits and weaknesses. The virus containment measures exacerbated the living and health conditions of ICGs and non-self-sufficient older adults by restricting the possibility of accessing many social and health services. The overall aim of this work is to deeper the characteristics of intergenerational caregiving both in ordinary circumstances and in Pandemic time, with the ambition of providing a new conceptual framework for its interpretation. Methods: Four studies were carried out between 2020 and 2022. Studies 1 and 2 report the results of a survey targeted to AYCs aged 15–17, carried out in the framework of the Me-We project “Psychosocial support for promoting mental health and well-being among young adolescent caregivers in Europe”, which received funding by the European Union’s Horizon 2020 research and innovation programe (H2020; 2018-2021) under grant agreement No. 754702. Study 1 compares a sub-sample of AYCs of GrPs to another sub-sample of AYCs of other care recipients (OCRs), e.g., parents, siblings, and friends. The analysis included a final sample of 817 AYCs. Linear or logistic regression models were built, and multivariate analyses were repeated. Study 2 considers two sub-samples of 87 AYCs living in Italy and 75 living in Slovenia. A multiple linear regression model was built for the quantitative data. Qualitative data were content analysed using an open coding process. Studies 3 and 4 report the results of an online survey reaching 2,468 European caregivers from 16 countries, carried out in Winter 2020/2021. Study 3 focused on two sub-samples of ICGs of older people with LTC needs living in Germany and Italy (149 and 173, respectively). A logistic regression analysis was performed by country to obtain an adjusted estimate of the risk of worsening caregivers’ health. Study 4 focused on 1,390 ICGs and compared the effects of the Pandemic on two sub-samples of 848 adult caregivers (ACGs) and 542 older caregivers (OCGs). The differences between the two groups were estimated using logistic regression and adjusted for all potential confounders. All analyses were repeated after propensity scores (PS). Results: Study 1: AYCs of GrPs experienced more positive caregiving outcomes than AYCs of OCRs across the six countries included in the analysis. Being female or non-binary, and having a migration background, were associated with more negative outcomes. Study 2: 80% of respondents were females and one out of three AYCs reported health problems due to their caring responsibilities. Italian respondents faced communicative and practical problems, while Slovenians experienced mainly emotional discomfort. Study 3: the risk of worsening caregivers’ health increased by more than 40% for German caregivers compared to Italian ones, despite the former receiving more formal services than the second ones. Furthermore, the overall health risks and protecting factors differed by country. Study 4: ACGs experienced more worsening physical conditions, took care of older relatives with more severe health conditions and increased the hours of care more than OCGs. Regardless of age, females were more exposed to health risk and poor quality of life than males. Also new caregivers were mainly females and their physical health and quality of life were put at risk by caregiving. Discussion: The four studies confirmed the overwhelming presence of women in formal intergenerational caregiving, underlining they are at greater health risk than males at any age and at any time. The COVID-19 outbreak has only exacerbated gender inequalities in the distribution of care tasks. The quick interruption of care services and the overall stressful situation given by the global health crisis did not allow ICGs to make a proper and timely appraisal of their situation, causing an evident deterioration in their overall health conditions. Conclusions: Results call for reforms of LTC systems across Europe boosting in-home care and providing more practical and psychological support targeted to ICGs of all ages. Moreover, further research on gender inequalities in intergenerational caregiving is recommended. The Intergenerational Caregiving Appraisal and Stress Model (ICASM), an original theoretical framework, is proposed as a possible lens to interpret the experience of today intergenerational caregiving, characterized by older care recipients with chronic diseases and multimorbidities and by women with multiple social roles.
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    Können Maschinen Rechtsfälle entscheiden?
    (Universität Vechta, 2022-05-20) Campos Sasdelli, Diogo; Merle, Jean-Christophe, Prof. Dr.; Schmdit, Andreas, Prof. Dr.
    In dieser Dissertation wird die Frage untersucht, ob die Rechtsprechung – verstanden als die richterliche Tätigkeit, Rechtsurteile zu fällen – durch den Einsatz von Maschinen automatisiert werden kann. Die Arbeit besteht aus insgesamt 44 Paragrafen (0-43), wobei die Paragrafen 0-2 einer Präzisierung der Titelfrage „Können Maschinen Rechtsfälle entscheiden?“ gewidmet sind und die übrigen in drei Hauptteile gruppiert werden: 1. Normenlogik; 2. Rechtslogik. 3. Beantwortung der Frage und Schlussbemerkungen. Die Beantwortung der Titelfrage wird auf die Beantwortung zweier, präziser formulierter Fragen zurückgeführt: Der sog. Herleitungsfrage (kann die Rechtsfindung auf einen Algorithmus reduziert werden?) und der sog. Verkündungsfrage (kann die Verkündung des Ergebnisses der Rechtsfindung auf einen Algorithmus, reduziert werden?). Eine positive Antwort auf die Herleitungsfrage setzt den Aufbau eines geeigneten Kalküls der Normenlogik voraus. Dementsprechend fokussiert sich der erste Teil der Arbeit auf die Analyse der verschiedenen Ansätze zum Aufbau der Normenlogik. Im zweiten Teil der Untersuchung geht die Dissertation aufgrund der festgestellten Probleme betreffend den Aufbau der Normenlogik die Perspektive von der Logik zur Rechtstheorie bzw. zur juristischen Methodenlehre über. Im Ergebnis werden im dritten Teil der Arbeit die Herleitungs- und die Verkündungsfrage negativ beantwortet. Die negative Antwort auf die Herleitungsfrage fußt darauf, dass die im zweiten Teil der Dissertation angeführten Voraussetzungen für eine Kalkülisierbarkeit des Rechts nicht erfüllt sind. Dieses Ergebnis basiert einerseits auf der sog. ontologischen Auffassung zum Normbegriff sowie andererseits auf der festgestellten Imprädikativität der juristischen Methodenlehre. Die negative Antwort auf die Verkündungsfrage basiert wiederum auf der sog. volitiven Dimension der Rechtsprechung.
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    Umweltschutz in der internationalen Seeschifffahrt: Die Rolle der Besatzung - eine qualitative Analyse
    (Universität Vechta, 2023-04-28) Krumholz, Konstantin Karl; Onnen, Corinna Professorin Dr.in; Wand, Christoph Professor Dr.
    Die am 31. Dezember 1988 in Kraft getretene Anlage V des Internationalen Übereinkommens zur Verhütung der Meeresverschmutzung durch Schiffe (MARPOL-Übereinkommen) verbietet das Entsorgen von Plastik in den Ozeanen. Die Anlage V des MARPOL-Überein-kommens wurde von mehr als 150 Nationen ratifiziert. Studien aus den Jahren 2018 und 2019 belegen, dass trotz des Verbotes nach wie vor Plastikmüll von den Besatzungen der Schiffe in den Ozeanen entsorgt wird. Die Internationale Seeschifffahrts-Organisation (IMO) konstatiert, dass der meiste gefundene Müll in bestimmten Regionen von vorbeifahrenden Schiffen stammt. Um die Ursachen für das menschliche Handeln zu ergründen und Lösungen für die Problematik zu finden, wurden zweiundzwanzig leitfadengestützte Interviews geführt. Die Auswertung der Interviews erfolgte unter Anwendung der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring, indem ein induktives Kategoriensystem erstellt und analysiert wurde. Die Entsorgung von neunzehn verschiedenen Müllarten wurde durch die Interviewten beobachtet. Die zwei zentralen Probleme sind der nicht vorhandene Stauraum für Müll an Bord und die Tatsache, dass es Häfen gibt, in denen die Abgabe von Müll sehr teuer oder nicht möglich ist. Unter den Seeleuten herrscht Unverständnis über die in vielen Häfen nicht vorgenommene Mülltrennung des zuvor an Bord getrennten Mülls. Dieses Problem tritt nicht nur in Häfen von Entwicklungsländern, sondern auch in deutschen Häfen auf. Verschiedene Diskussionen lassen vermuten, dass finanzielle Anreize in Bezug auf die Müllentsorgung einen Lösungsansatz zur Müllvermeidung darstellen, was jedoch wissenschaftlich kaum zu belegen ist. Lösungsansätze werden vielmehr in einer Verbesserung der Akzeptanz der Besatzung, geeigneten Auffangeinrichtungen, einer unbürokratischen Entsorgung im Hafen, strengen unternehmensinternen Vorgaben, der Reduzierung der Verpackungen bei Anlieferungen im Hafen und in automatisch in den Hafengebühren inkludierten Entsorgungskosten gesehen.
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    Anthropogenic landslides at transportation infrastructure
    (Universität Vechta, 2022) Wohlers, Annika; Damm, Bodo Prof. Dr.; Baumhauer, Roland Prof. Dr.; Stolz, Christian Prof. Dr.
    The advancing industrialization in Central Europe in the 19th resulted in growing populations and growing demands for transportation infrastructure. Since 1890, the road network of interregional roads almost doubled until today. To minimize construction efforts in regions of high relief, roads were constructed and broadened tracing river valleys. Road cuts have been created by rock blasting or material removal by hand. Then, the removed material was used to broaden the exterior slope in order to create a leveled road surface. Simultaneously with the establishment of modern road construction in the middle of the 18th century, the first landslides were reported at road infrastructure which are closely linked to the road construction practices. In addition, the flourishing industrialization in Central Europe resulted in the realization of artificial waterways like the Mittelland canal connecting the Rhine trading area with the Elbe trading area. While the construction of the western canal branch remained unproblematic, the continuation of the canal between Hanover in the west and the Elbe River in the east resulted in construction-related landslides, especially in the first half of the 20th century. Until today, at least 30% of the registered landslides in southern Lower Saxony are linked to anthropogenic influences. With an ongoing growth of local urban centers and increasing percentages of impervious surfaces, the number of anthropogenic landslides tends to increase, regardless of future climate trends. Based on historical landslide data, several aspects of anthropogenic interactions considering landslides at transportation infrastructure were analyzed implying different approaches (i.e., descriptive and bivariate statistics as well as empirical analysis). The results have been published as three separate contributions in peer-reviewed scientific journals. The articles are entitled "Case histories for the investigation of landslide repair and mitigation measures in NW Germany", "Analysis of historical data for a better understanding of post-construction landslides at an artificial waterway" and "Rockfall vulnerability of a rural road network - a methodological approach in the Harz Mountains, Germany". In the second publication the predisposing and triggering factors of landslides at the Mittelland canal are examined, implementing quantitative statistical methods. In addition, case histories have been developed to examine repair and mitigation measures of landslide at transportation infrastructure. The majority of landslides occurred at three distinct sites: at the tributary canal to Hildesheim, at the main canal at km 195 (Schwicheldt, near Peine) and at the main canal at km 200 (Wenden, near Brunswick). The landslides at these sites are strongly controlled by material characteristics and are linked to over-steepened slopes which have been created by incision into vulnerable fine-grained clay− and marlstone and quickly disintegrate in wet−dry cycles. Strong correlations between landslide occurrence and construction phases can be identified between 1920 and 1938. Further phases of increased landslide activity have been registered during World War II and in the post-war phase between 1946 and 1957. Human influences contribute both to predisposing and triggering landslides. While precipitation can be neglected as landslide trigger, vibrations related to transportation of excavated materials on railroads during construction and faulty (re-)construction and mitigation planning have been reported to contribute to landslide triggering. In addition, during World War II the effects of air blasts due to aerial bombing are plausible as potential landslide trigger, though a final evaluation remains difficult due to the missing accuracy of landslide occurrence. In order to estimate potential risks of anthropologic landslides considering transportation infrastructure, the rockfall susceptibility has been modeled for the rural road network in the Harz mountains. In combination, the vulnerability of the road network has been assessed. The approach has been implemented in the publication 8Rockfall vulnerability of a rural road network — a methodological approach in the Harz Mountains, Germany9. For the susceptibility modelling, a bivariate statistical method (information value) was utilized. In addition, the vulnerability of road sections in the Harz mountains was assessed with vulnerability indicators. The indicators are calculated by summarizing the vulnerability factors for each road section, which have been weighted by analytic hierarchy processes. The vulnerability factors include daily traffic volumes, road type, speed reductions, length of alternate routing and mitigation measures. The susceptibility model assigns for 13 % of the road network area an positive information value which translates to a high or very high susceptibility for rockfall. The relevant road sections are linked to high slope values, NE orientations of road sections and low to moderate vulnerability values. The highest vulnerability values can be found on road sections with high average daily traffic volumes. While sections of high susceptibility are situated at roads connecting marginal with internal roads, sections of high vulnerability are located on marginal roads of the Harz mountains. Since the vulnerability is based on mitigation measures, among other factors, the road sections, where rockfall events have been registered, are characterized by the presence of structural and non-structural rockfall mitigation. Therefore, road section with a high number of registered rockfall events, show rather low vulnerabilities. The combination of the presented methods proposes an easily applicable estimate of vulnerability where conventional methods (i.e., vulnerability curves, matrices) cannot be implemented. For the presented area of the Harz mountains, the role of mitigation measures is emphasized and intact mitigation measures are of great importance for the road network vulnerability. The role of repair and mitigation measures at transportation infrastructure have been investigated with case histories in the Upper Weser area. This is included in the publication 8Case histories for the investigation of landslide repair and mitigation measures in NW Germany9. In the city of Hann. M ̧nden, three case histories have been developed to illustrate and analyze the landslide activity in interaction with land use practices including the application of structural mitigation measures. The three sites are characterized by anthropologic alterations due to road constructions at the end of the 19th and 18th century, respectively. Phases of increased landslide activity can be identified in the 1770s, 1880s, 1900s, 1930s, 1950s and 1970s, whereas phases of increased mitigation efforts can be observed in the 1900s, 1930s, 1960s, 1980s, 1990s and 2000s. Decades of increased landslide activity coincide and are followed with/by phases increased mitigation activity, respectively. The evolution of mitigation measures in the Upper Weser area can be categorized in distinct phases: During the phases of road construction in the 1770s and 1880s mitigation focused on stabilization of the lower interior slopes by implementing dry walls. The construction of dry walls was intensified to protect higher parts of the interior slopes in the 1900s and 1930s. In addition, engineered mitigation measures were planned for the first time in the 1930s. These measures were not executed until the 1960s by implementing concrete retaining walls and a combination of wire meshes and barriers for rockfall protection. Beginning in the 1980s, the phase of modern mitigation is characterized by comprehensive slope reconstructions with increasing efforts since the 1990s. The comparing case history from the Mittelland canal illustrates the contemporarily development and application of mitigation measures at an artificial waterway in the first half of the 20th century. The required canal depth of 16−17 m was reached by implementing trapezoidal incised slopes with inclinations of 50−70%. Shortly after construction or even during construction between 1920 and 1927, these created ditches failed. The first applied mitigation measures during that time included the installation of drainage trenches, which resulted in accelerated decomposition of the involved fine-grained clay− and marlstones. As a result, the canal profiles were gradually flattened and new profile types were developed in the subsequent construction phase between 1928 and 1938. During World War II the landslides slopes were still regraded to inclination of 1:3. These efforts were constrained by shortages of money, manpower and fuel during the war. Instead, landslide material was removed from the canal to enable a continuing shipping traffic. After the war had ended, reconstructions became necessary for a high percentage of vulnerable slopes along the canal due to shortages during the war. Materials and older drainage systems were removed, canal profiles were regraded and new drainage systems were implemented. In addition, the slopes were stabilized with tree plantations. The presented case histories can be utilized to reflect the public risk perception towards landslides. For the case histories in the Upper Weser area the phases of response, recovery and mitigation within the risk cycle can be clearly identified. Though, a final phase of preparedness has been lacking in the past and as a result, deficient mitigation measures contributed to the landslide hazard. The presented results suggest strong human influences considering landslides at transportation infrastructure. These include both predisposing and triggering factors. Furthermore, aged mitigation measures contribute to landslide hazards in the area of southern Lower Saxony. In highly developed countries in Central Europe, it is necessary to landslides consider anthropogenic influences in addition to 8natural9 factors when risk is assessed or mitigation measures are planned and executed.
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    „Don’t be a fool“ – Grundzüge einer Narrenpoetik in Charles Dickens’ Romanwerk
    (Universität Vechta, 2023) Munding, Verena; Lennartz, Norbert; Röder, Katrin
    Dickens’ weise Narrenfiguren destabilisieren die Grenze zwischen Weisheit und Narrheit, die in der Literatur- und Kulturgeschichte mithilfe der Figur des Narren bereits häufig ins Wanken geraten ist. Im Rahmen der vorliegenden Arbeit wird das bisher fragmentarische Bild seiner Narrenfiguren unter Berücksichtigung der poetischen und narrativen Funktionen der Figuren mit Blick auf die Moderne in einer Narrenpoetik zusammengeführt. Neben der Analyse von Dickens’ Narrendarstellung richtet sich der Blick auf den Gebrauch des Narrenmotivs im Mittelalter und der Renaissance bis hin zur Wandlung der Narrenfigur zum ‚Idioten‘ in der romantischen Epoche. Im Detail analysierte Narrenfiguren bilden die Schaffenszeit des Autors ab und lassen Entwicklungslinien erkennbar werden. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Dickens’ Romane in der Vermeidung stereotyper Bilder und viktorianischer Klassifizierungssysteme überzeugen. Dickens’ anachronistischer Gebrauch der Narrenfigur zeugt von einem tiefen Verständnis der Narrenfigur als karnevaleskes Wesen, als subversiven Kritiker am Rande der Gesellschaft und von der Kenntnis unterschiedlicher Narrentraditionen. Die Figuren transportieren das von Erasmus über Shakespeare vertretene komplexe Spiel zwischen Weisheit und Narrheit, bei dem die sich antithetisch gegenüberstehenden Kategorien miteinander in Verbindung gebracht und als dem Menschen inhärent gezeigt werden. Unkontrollierbares Verhalten und überbordende Gefühlsausbrüche werden dem Wahnsinn gleichgesetzt. Dabei zeigt sich in Dickens’ Romanen eine Tendenz hin zu einem komplexen Gebrauch von ‚madness‘ als Ausdruck einer krank machenden Gesellschaft. Der Wandel von der marginalisierten Narrenfigur in der altbekannten Rolle des deutlich erkennbaren Mahners und Kritikers gesellschaftlicher Strukturen hin zu einer in die Gesellschaft integrierten Narrenfigur und einer subversiven Kritik durch die Überwindung von Idealen zeigt Dickens’ Narrenpoetik als Inklusion von Andersartigkeit. Mit dem dickensschen Narren findet Dickens eine Figur, die in den Referenzrahmen der Narrenliteratur eingebunden, subversiv neue humanistische Wege, neue soziale Möglichkeiten und neue kulturelle Perspektiven aufzeigt.
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    Bedürfnisse von älteren Menschen mit Depressionen in stationären Alten- und Pflegeeinrichtungen
    (Universität Vechta, 2022) Schweighart, Roxana Teresa; Neuderth, Silke Prof.in Dr.in; Oorschot, Birgitt van Prof.in Dr.in
    Hintergrund: die Bevölkerung in Deutschland wird immer älter. Zukünftig werden mehr und mehr Menschen in stationären Pflegeheimen versorgt werden. Pflegeheimbewohnende sind im Vergleich mit zuhause versorgten Pflegebedürftigen mitunter von geringerer Lebensqualität, geringerem Wohlbefinden, zahlreicheren unerfüllten Bedürfnissen oder häufigeren depressiven Symptomen betroffen. Eine personenzentrierte Versorgung steht in Zusammenhang mit positiven Auswirkungen auf das Leben von Heimbewohnenden wie etwa höherer Zufriedenheit oder geringerer Depressivität. Die gelingende Implementierung dieser Versorgung basiert auf Kenntnis der Wünsche und Bedürfnisse der Heimbewohnenden. Die vorliegende Arbeit beleuchtet das Erkennen von depressiven Symptomen von Pflegeheimbewohnenden mit Demenz, die Bedürfnisse von Heimbewohnenden mit und ohne depressiven Symptomen sowie die Erfahrungen von Heimbewohnenden mit depressiver Symptomatik während der Covid-19- Pandemie. Alle vier Studien haben die Verbesserung der Versorgung von Menschen in vollstationärer Pflege zum Ziel. Methode: die Dissertation besteht aus vier Einzelstudien, welche anhand unterschiedlicher Methoden durchgeführt wurden. Studie 1 entspricht einer querschnittlichen cluster- randomisierten kontrollierten Fragebogenstudie. Die zweite Studie ist eine Übersichtsarbeit in Form eines Scoping Reviews, in welchem 51 Studien analysiert wurden. Studien 3 und 4 folgen einem explorativen qualitativen Studiendesign. Ergebnisse: im Rahmen der ersten Studie konnte festgestellt werden, dass nur eine geringe Übereinstimmung zwischen selbst- und fremdberichteten depressiven Symptomen bei Heimbewohnenden mit Demenz vorlag. Zudem wiesen die selbst- und fremdberichteten Symptome differente Assoziationsmuster mit weiteren Variablen, wie zum Beispiel Lebensqualität, auf. In Studie 2 wurden zahlreiche Bedürfnisse von Heimbewohnenden extrahiert, welche 12 Kategorien zugeordnet wurden. In Studie 3 wurden die Bedürfnisse von Bewohnenden mit depressiven Symptomen untersucht. Die Bewohnenden berichteten von zahlreichen, teils unerfüllten Bedürfnissen sowie den Barrieren, die einer Bedürfniserfüllung im Wege standen. Bezüglich der Bedürfniskommunikation zeigten die Ergebnisse, dass Heimbewohnende mit depressiven Symptomen ihre Bedürfnisse kommunizieren können und möchten und welche Faktoren hierfür sowohl hinderlich als auch förderlich sind. In der vierten Studie, welche das Erleben der Heimbewohnenden mit depressiver Symptomatik während der Pandemie beleuchtete, zeigte sich, dass die Plegeheimbewohnenden weniger aufgrund der Angst vor einer Infektion, sondern vielmehr aufgrund der Einschränkungen und Maßnahmen im Pflegeheim, die ihren Bedürfnissen entgegenstanden, belastet waren. Diskussion: alle vier Studien unterstreichen die Relevanz Pflegeheimbewohnende direkt zu befragen, sei es bei der Erfassung von Symptomen oder von Wünschen und Bedürfnissen. Dies wird in Studie 1 dadurch ersichtlich, dass die Instrumente, die stellvertretend von Dritten beantwortet werden und häufig zum Screening von Depressionen bei Menschen mit Demenz eingesetzt werden, nur in geringem Maße mit den Selbstangaben der Bewohnenden übereinstimmen. Während das Scoping Review (Studie 2) vor allem die hohe Diversität und interindividuelle Heterogenität von Wünschen und Bedürfnissen von Pflegeheimbewohnenden verdeutlicht, hebt Studie 3 zudem die Barrieren, die einer Bedürfniserfüllung beziehungsweise gelingender Bedürfniskommunikation bei Heimbewohnenden mit depressiver Symptomatik entgegenwirken, hervor. Darunter exemplarisch wenig Zeit und Verständnis seitens des Personals. Die Ergebnisse verdeutlichen die Relevanz von persönlichen, geduldigen und tiefgehenden Gesprächen mit den Bewohnenden zur Erfassung der vorliegenden Wünsche und Bedürfnisse. Studie 4, in welcher die Lebenssituation im Pflegeheimheim während der Pandemie untersucht wurde, betont überdies, dass Bewohnende auch in schwierigen Situationen an Entscheidungen, welche ihr Leben maßgeblich beeinflussen, zu beteiligen sind. Fehlende Partizipation und nicht-stattfindende vertrauensvolle und wiederkehrende Gespräche mit den Bewohnenden können zu Fehlversorgung und unerfüllten Bedürfnissen führen. Im Umkehrschluss hingegen ist die Beteiligung von Heimbewohnenden als Voraussetzung für gelingende personenzentrierte sowie adäquate Versorgung zu nennen.
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    Hochschulische Nachhaltigkeitsgovernance: Bedingungen und Prozesse der Institutionalisierung nachhaltiger Entwicklung an deutschen Hochschulen
    (Universität Vechta, 2022) Bauer, Mara; Rieckmann, Marco Prof. Dr.; Hemmer, Ingrid Prof. Dr.
    Hochschulen weltweit kommt eine bedeutende Rolle zu, wenn es um eine nachhaltige Entwicklung geht. Mit ihren Handlungsfeldern Lehre, Forschung, Betrieb und Transfer können sie auf ganz verschiedenen Ebenen ansetzen, um nachhaltige Entwicklung auf dem eigenen Campus, aber auch weit darüber hinaus zu fördern. Doch hochschulische Nachhaltigkeit passiert nicht auf Knopfdruck. Vielmehr bedarf es eines gesamtinstitutionellen Ansatzes (Whole Institution Approach) sowie geeigneter Strukturen, Prozesse und Akteur:innen, über die nachhaltige Entwicklung Stück für Stück institutionalisiert wird: die Nachhaltigkeitsgovernance. Diese Dissertation dokumentiert einen fünfjährigen Forschungsprozess, der sich aus verschiedenen Perspektiven der Natur der Nachhaltigkeitsgovernance an deutschen Hochschulen, ihren Anforderungen und Ausprägungen gewidmet hat. Die empirische Basis besteht aus zehn Expert:inneninterviews sowie 61 Stakeholder- Interviews, die entlang semi-strukturierter Leitfäden geführt wurden. Mit dieser multiplen Fallstudie konnten elf umfangreiche Fallprofile erstellt und die jeweiligen Nachhaltigkeitsprozesse aus unterschiedlichen Perspektiven nachvollzogen werden. In fünf veröffentlichten Fachartikeln und dem vorliegenden Rahmenpapier werden die gesammelten Erkenntnisse präsentiert und diskutiert. Aus Artikel I und II ist insbesondere das Selbstreflexionstool „Governance Equalizer“ für hochschulische Nachhaltigkeitsprozesse anhand von funktionalen Anforderungen hervorgegangen. Artikel III findet einen Ansatz zur Systematisierung hochschulischer Organisationskultur im Kontext nachhaltiger Hochschulentwicklung. Und Artikel IV führt diese beiden Betrachtungsweisen von Funktion und Kultur zusammen und untersucht anhand von vier konkreten und sehr unterschiedlichen Nachhaltigkeitsprozessen ihre potenziellen Wechselwirkungen. Artikel V bietet schließlich – basierend auf den vorangegangenen Artikeln und dem aktuellen Umsetzungsstand nachhaltiger Entwicklung an Hochschulen – die Formulierung von Vorstellungen und Forderungen für die zukünftige Entwicklung der (deutschen) Hochschullandschaft. Das Rahmenpapier bettet die Artikel ein zwischen 1.) einer umfassenden Definition von nachhaltiger Hochschulentwicklung und hochschulischer Nachhaltigkeitsgovernance als Grundlage und 2.) einer Diskussion um das Verhältnis zwischen Governance-Strukturen und Hochschulkultur sowie einer übergreifenden Diskussion zum Verhältnis von Nachhaltigkeitsgovernance und allgemeiner Governance an Hochschulen. Die so gewonnenen Erkenntnisse sind vielfältig und bereichern den noch jungen Diskurs sowohl um ganz praktische Instrumente zur konkreten Anwendung für Hochschulakteur:innen auf ihre jeweilige Nachhaltigkeitsgovernance, als auch um theoretische Überlegungen und Impulse, die die hochschulpolitische und strategische Einordnung von hochschulischer Nachhaltigkeitsgovernance zum Inhalt haben.
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    Machtkonstellationen in multiskalaren Produktionsnetzwerken des Agribusiness
    (Universität Vechta, 2022) Krieger, Christoph Nikolaus; Born, Karl Martin Prof. Dr.; Franz, Martin Prof. Dr.
    Im Zuge einer stetig wachsenden Weltbevölkerung kommt der Produktion von Lebensmitteln eine immer größere Bedeutung zu. So rückt die Agrar- und Ernährungswirtschaft zunehmend in den Fokus gesamtgesellschaftlicher Betrachtungen wie auch wissenschaftlicher Forschung. Insbesondere agrarische Intensivgebiete nehmen eine herausgehobene Stellung ein, wenn es um eine dauerhafte Versorgung der (Welt-)Bevölkerung mit Nahrungsmitteln geht. Stellvertretend für eine gesamte, weltweite Industrie wird in der vorliegenden Arbeit der Nordwesten Deutschlands - und insbesondere die Regionen ‚Weser-Ems‘ (Niedersachsen) und ‚Westfalen-Lippe‘ (Nordrhein-Westfalen) - als Standorte intensiver Nutztierhaltung (hier: Produktion von Schweinefleisch) mit globalem Absatzmarkt untersucht. Neben den Fragen nach räumlicher Organisation und politischen Steuerungsmöglichkeiten steht insbesondere die Frage der Machtverteilung im Produktionsnetzwerk im Vordergrund der Untersuchung. In der vorliegenden Arbeit wird Macht als relationales Konstrukt verstanden und es erfolgt eine umfassende Untersuchung von Machtkonstellationen im Produktionsnetzwerk Schwein für die obig genannte(n) Region(en) Nordwestdeutschlands. Der Machtbegriff selbst weist sehr heterogene Bedeutungen auf, die ihm je nach Kontext und Verwendungszweck zugeschrieben werden. Darüber hinaus ist er zentrales Thema für die Analyse von gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Zusammenhängen. Die Dekonstruktion des Machtbegriffs erfolgt vor dem Hintergrund, dass sich in den letzten Jahrzehnten ein beachtlicher Literaturkorpus entwickelt hat, der sich - nicht zuletzt getrieben durch die zunehmende Vernetzung im Zeitalter der Globalisierung - Ketten- und Netzwerkansätzen bedient, um zu evaluieren, wie globale Produktion unter Annahme unterschiedlicher Machtkonstellationen gesteuert wird. Netzwerk- und auch Kettenansätze sind insbesondere im globalen Kontext mit Macht oder gar Machtgefällen durchzogen. Daher empfiehlt es sich geradezu, den Machtbegriff in einen räumlichen Kontext zu übertragen, was in der vorliegenden Arbeit mittels eines relationalen Ansatzes erfolgt und selbige somit in einen explizit wirtschaftsgeographischen Kontext stellt. Anspruch dieser Arbeit ist es, innerhalb dieses relational-dynamischen Gefüges die Machtstrukturen im Produktionsnetzwerk Schwein offenzulegen und gleichzeitig zu analysieren, wobei sämtliche direkt und indirekt an der Produktion beteiligte Akteure Berücksichtigung finden. Im Rahmen der vorliegenden Arbeit wurde ein qualitativer Forschungsansatz gewählt, indem die empirische Untersuchung auf 39 leitfadengestützte Experteninterviews zurückgreift.
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    An Experimental Analysis of Leadership, Cooperation, Competition and Decision-Making - Five Essays in Behavioral and Experimental Economics -
    (Universität Vechta, 2022) Kölpin, Torben; Eisenkopf, Gerald Prof. Dr.; Mertins, Vanessa Prof. Dr.
    This dissertation is a collection of five stand-alone research papers. Each study addresses a scientifically relevant research question in a management context that is answered using a controlled lab experiment. The introduction puts the papers in a more general context. The first three studies examine the effects of Leading-by-Example on group cooperation. The first study uses a meta-analysis and examines the impact of Leading-by-Example in comparison with simultaneous contribution settings. The results show that the establishment of a leader leads to persistently higher contributions, while the aggregate effect remains stable over time and increases in group size. The second study investigates a causal relationship between leadership, (endogenous) team size and cooperation. The results show that high contributions of leaders encourage higher contributions of their followers which foster migration into their teams. However, the leader-effect diminishes with group size. Moreover, the results show that incumbents sacrifice economic benefits from potential entrants in order to maintain intra-team cooperation. The third study investigates the relationship between leadership, intragroup cooperation, and attrition rates in an online experiment. We observe that successful cooperation delays attrition. Moreover, groups with low initial contribution rates also suffer from rather premature attrition. The fourth study investigates how group formation changes competitive behavior. The study systematically modifies the rules for prize allocation to explain behavioral differences between contests between individuals and between groups. The results show that group formation itself does not lead to a change in overall competitive behavior. The results indicate no evidence that group formation increases both outgroup hostility and unconditional ingroup favoritism. The results imply that group formation increases contest expenditure only in case of perceived fairness within the group. Last, not least, the fifth study focuses on taking responsibility for decisions. The results show that a large proportion of participants disguise their responsibility for the decision behind an outcome of a diced lottery. Moreover, the results show that more selfish givers more often disguise their responsibility. We interpret these results as indicating that givers disguise their responsibility to avoid being perceived as selfish or greedy. However, we find no evidence that the disguise itself leads to a more selfish change in allocation.
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    "Digitalisierung der Daseinsvorsorge einer ländlichen Region: Synergien und Verschränkungen bei der Aushandlung, Adoption und Diffusion digitaler Innovationen zwischen Politik, Wirtschaft, Drittem Sektor und Bürgergesellschaft am Beispiel des Sulinger Landes"
    (Universität Vechta, 2022-07) Ortland, Arne; Born, Karl Martin apl. Prof. Dr.; Danielzyk, Rainer Prof. Dr.
    Digitale Instrumente werden jüngst vermehrt als Lösungsansatz von Skalenproblemen traditioneller, raumgebundener Infrastrukturen der Daseinsvorsorge sowie auch als Revitalisierungschance des dörflichen Zusammenlebens diskutiert und implementiert. Einschlägige Studien sind jedoch unlängst zu dem Schluss gekommen, dass nicht alle ländliche Kommunen gleichermaßen dazu befähigt sind, die Digitalisierung der Daseinsvorsorge aus eigener Kraft heraus zu gestalten. Eine Thematisierung institutioneller und akteuraler Rahmenbedingungen bleibt bei der Erforschung dieser ungleichen Digitalisierungschancen jedoch größtenteils aus. Mittels einer Vielzahl qualitativer, leitfadengestützter Interviews wurden für eine ländliche Region im niedersächsischen Landkreis Diepholz Synergien und Verschränkungen zwischen Bürgergesellschaft, Privatwirtschaft, drittem Sektor, Politik und Verwaltung offengelegt. Hieran zeigt sich, dass die Digitalisierung der ländlichen Daseinsvorsorge bei weitem nicht allein von technischen Faktoren bestimmt wird, sondern als multi-akteuraler Adoptions- und Diffusionsprozess verstanden werden muss. Zudem wird deutlich, dass traditionelle, sektorale Rollenverständnisse und -zuweisungen der allgemeinen Prozesskomplexität nur noch bedingt gerecht werden können. Die einseitige Forcierung einer bürgergesellschaftlichen „Responsibilisierung“ wird ebenso an Grenzen stoßen, wie die Vorstellung eines „starken“ Staates. Stattdessen werden in Zukunft neuartige, intersektorale Ko-operationsformen und die Verantwortung von Schlüsselakteuren in den Fokus rücken (müssen).
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    Die Berufskultur der Frühen Bildung - Perspektiven zu Wandel und Professionalisierung im Handlungsfeld der Kindertageseinrichtungen
    (Universität Vechta, 2022) Wellmeyer, Linda; König, Anke Prof.in Dr.in; Cloos, Peter Prof. Dr.
    Die Berufskultur der Frühen Bildung steht seit einigen Jahren im Zentrum der Bildungsdiskussion. Sie ist die Sinngemeinschaft der Pädagoginnen und Pädagogen in den Kindertageseinrichtungen und Sensor dafür, wie Veränderungen wahrgenommen und im Arbeitsfeld interpretiert werden. Anfang der 2000er Jahre wird, ausgelöst durch die internationale Leistungsvergleichsstudie PISA, die öffentliche und politische Aufmerksamkeit auf die Kindertageseinrichtungen verstärkt. Innerhalb relativ kurzer Zeit folgen weitgreifende bildungs- und familienpolitische Reformen im System der Kindertagesbetreuung, die auch zu strukturellen Veränderungen führen, u.a. steht die Akademisierung der Frühpädagogik im Zentrum. Mit den großen Streiks in den Jahren 2015 und 2016 wird deutlich, dass die Berufskultur in Bewegung geraten ist. Der Streik gilt als soziale Arena und macht fehlende Anerkennung, Unmut und Konflikte in Arbeitsfeldern öffentlich. Ob und wie Veränderungen auf der Makroebene in der Berufskultur diskutiert werden, ist Gegenstand der vorliegenden Dissertation. Mittels der Grounded Theory Forschung (Strauss/ Corbin) wird danach gefragt, welche Veränderungen die frühpädagogischen Fachkräfte wahrnehmen und wie sie mit diesen umgehen. Der gesellschaftliche Wandel wird durch einen von der Fachdisziplin mitgetragenen Diskurs zur Professionalisierung des Berufsfeldes begleitet. Daher wird mit Bezug zum Professionalisierungsdiskurs kontrastiert, wie die Berufskultur auf den Diskurs der Akademisierung reagiert. Die Studie nimmt dazu eine Binnenperspektive ein, d.h. einen mikroanalytischen Blick auf die Dynamiken innerhalb der Berufskultur selbst. Der theoretische Zugang der Forschungsarbeit ist in der verstehenden Soziologie verortet. Die interaktionistische Handlungstheorie (Anselm Strauss) ermöglicht, in Verbindung mit der Grounded Theory Methodologie, offen und explorativ den Forschungsfragen nachzugehen und die Perspektive der Berufskultur vor dem Hintergrund komplexer gesellschaftlicher Zusammenhänge zu verstehen. Die Aushandlungs- und Differenzierungsprozesse der Berufskultur werden vor dem Hintergrund historischer Entwicklungspfade sowie gegenwärtigen gesellschaftlichen, politischen und fachwissenschaftlichen Entwicklungen und Diskursen betrachtet. Die gesellschaftlichen Erwartungen an die Kindertageseinrichtungen sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen, weshalb die Berufskultur ihren gesellschaftlichen Auftrag und damit ihre Kernaufgaben neu auslotet. Der bisherige Erfahrungsraum der pädagogischen Praxis kann hierfür kaum angemessene Orientierung bieten. Dennoch greift die Berufskultur darauf zurück, um ihre Handlungsstrategien auszuloten. Obwohl die früh- bzw. kindheitspädagogische Disziplinentwicklung und mit ihr das akademische Wissen insgesamt voranschreitet, fehlt innerhalb der Berufskultur der disziplinäre Rückbezug. Aus der Mikroperspektive heraus wird hier sichtbar, dass sich die Berufskultur selbst ihrer Fachdisziplin nicht bewusst ist. Wenn der Professionalisierungsdiskurs mittels seines Orientierungswissens im Handlungsfeld seine Wirksamkeit entfalten soll, braucht es einen direkten Wissenstransfer zur und den wechselseitigen Austausch mit der Berufskultur. Professionalisierung schlägt sich als Diskurs allein nicht auf die Handlungsstrategien der Praxis nieder. Kooperationen zwischen Fach- und Hochschulen, Offenheit für multiprofessionelle pädagogische Teams und gemeinsame Praxisforschung könnten als Motor dienen. Mit der vorliegenden Dissertation wird eine wichtige Forschungslücke geschlossen und zum ersten Mal die Wahrnehmung des Akademisierungsdiskurses aus Sicht der Berufskultur im Arbeitsfeld beforscht.
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    Einfluss von Erfahrungen auf kommunale Verantwortungsübernahme im Umgang mit internationaler Migration im Dorf
    (Universität Vechta, 2022-07) Lammers, Lien; Born, Karl Martin apl. Prof. Dr.; Harteisen, Ulrich Prof. Dr.
    Im Zuge vielfältiger lokaler Aktivitäten durch die erhöhte Zuwanderung geflüchteter Menschen im Jahr 2015 stellen sich Fragen der Aufgabenverteilung im Umgang mit Mig- ration. In vielen Kommunen fand eine Verantwortungsteilung unterschiedlicher Akteurs- gruppen statt. Hintergrund sind staatliche Wandlungsprozesse, die auf eine Mitwirkung zivilgesellschaftlicher und wirtschaftlicher Akteur*innen abzielen, um Aufgaben in in- tegrationsrelevanten Bereichen zu verteilen. Dies verstärkt sich noch mit Blick auf unter- schiedliche Raumtypen. Gerade in ländlichen Räumen ist die Bedeutung zivilgesell- schaftlicher Aktivitäten hervorzuheben und die Kommunen versuchen diese durch lokale Governancestrukturen zu steuern um Aufgaben zu verteilen. Die Ausgestaltungen kommunaler Verantwortungsteilung im Umgang mit Migration in ländlichen Räumen zeichnen dabei ein heterogenes Bild. Trotz Aufgabenzuweisung und Rahmensetzung im politischen Mehrebenensystem, nehmen die Kommunen eigene Ge- staltungsspielräume wahr. Hinzu kommt, dass Deutschland sich erst Ende der 1990er Jahre zu einem Einwanderungsland bekannte und somit viele Kommunen in der Vergan- genheit ihre je eigenen Entwicklungspfade eingeschlagen haben. Aktuelle Forschungsar- beiten verweisen daran anknüpfend auf den Bedarf, Erfahrungen im Umgang mit Migra- tion als Einflussfaktor auf die gegenwärtige Ausgestaltung zu betrachten. Aufbauend auf dieser Forschungslücke erarbeitet die vorliegende Dissertation einen theoretisch-konzep- tionellen Zugang, wie Erfahrungen zum Aufbau von Institutional Capacity und damit zum Aufbau gemeinsamer Handlungsfähigkeiten durch lokale Governance führen können. Ziel der Arbeit ist es neben der Erarbeitung des theoretisch-konzeptionellen Rahmens Implikationen für die Praxis zu erarbeiten, wie an vergangenen Erfahrungen angeknüpft werden kann und welche Bedeutung Erfahrungen für die lokale Verantwortungsteilung im Umgang mit Migration haben können. Dazu wurde eine qualitative Einzelfallstudie anhand einer migrationserfahrenen Gemeinde im ländlichen Raum Niedersachsens durchgeführt. Durch die Kombination einer Dokumentenanalyse im zeitlichen Längs- schnitt ab dem Jahr 1945 bis in die Gegenwart wurden Aktivitäten und Strukturen im Umgang mit unterschiedlichen Migrationsformen untersucht. Die ergänzenden Ex- pert*inneninterviews eröffneten eine zusätzliche Perspektive auf gegenwärtige Gover- nanceprozesse und damit auf Rollen- und Aufgabenverteilungen. Als zentrale Erkenntnis konnte herausgearbeitet werden, dass im Jahr 2015 an vergangene Erfahrungen angeknüpft werden konnte. So konnte auf gemeinsames Wissen, Strukturen und Mobilisierungsfähigkeit zurückgegriffen werden. Im zeitlichen Verlauf zeigte sich, dass eine Zunahme der Machtressourcen der Kommune und Hinzukommen weiterer öf- fentlicher Akteure dazu führte, dass die Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Akt- euren und damit die lokale Governance nicht mehr fortgeführt wurde. Erfahrungen stellen nunmehr ein Potenzial für Institutional Capacity im Umgang mit Migration dar. Schluss- endlich bietet die vorliegende Arbeit einen Zugang dahingehend, wie Verantwortungstei- lung durch lokale Governance im Umgang mit Migration an vergangenen Erfahrungen im Sinne des Aufbaus von Institutional Capacity anknüpfen kann. Aus den Erkenntnissen werden Implikationen für die Praxis abgeleitet. Die Arbeit schließt mit einem Ausblick auf weiteren Forschungsbedarf ab.